Unterwegs

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Ruhen, schlafen, wälzen,
die Zeit verstreicht, so oder so.
Bisweilen stehe ich auf,
ohne Zeit,
dafür ist es draußen dunkel.
Da wartet niemand,
weder am Tag, noch in der Nacht.
Ich bin mit mir selbst unterwegs,
ohne Vorgabe.
Texte sprechen vor sich hin,
in Bruchstücken.
Ich lese in losen Bausteinen.
Keine Fragen,
brauchen auch keine Antworten.
Zwischen Hell und Dunkel
ist ein Raum,
der sich stets mit etwas füllt,
und dann entschwindet.

Ohne Stringenz

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Es ist ein ganz besonderer Quell, mich von kleinen Erlebnissen überraschen und beeindrucken zu lassen. Ob zwischen Buchseiten, hinter einer Tür, am Horizont oder nur im Garten, das Unplanbare ist für mich stets ein rares Glück. Nichts muss so sein, wie es ist. Nur die Möglichkeit der Varianz, der Veränderung, des Nichtlinearen, ist eine ewige Konstante.

Aufbruch

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Etwas Wichtiges ist vorbei und abgeschlossen.
Auch Vergangenes ist nur ein Durchlaufposten
und mag es die goldene Zeit meines Lebens gewesen sein,
sie war nie das Ziel meiner Reise.

Die Farben werden jetzt reifer, blassen manchmal schon aus,
doch die Gedanken blicken weiter
und manches Werk will noch begonnen sein.

Herzschmerz

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Ich stehe außerhalb,
das Innere des für mich geschlossenen Kreises
ist auf der anderen Seite.

Ich meinte schon Tiefen erlebt zu haben,
aber ich gleite immer weiter hinab.
Es bleibt meinem Körper nicht verborgen
und er kann es mir nicht verheimlichen.

Mein Herz steht unter Lasst,
obgleich nicht durch Anstrengung gefordert.
Ich selbst stehe unter der Lasst
entleerter Tage, Wochen und Nächte.

Aussichten, Erwartungen, Perspektiven sind verblasst,
es ist nur noch ein Abwarten,
eine Aneinanderreihung von Stunden,
deren Minuten nicht mehr zählen.

Wenn da nur nicht die schneeweißen Blüten wären,
im Sonnenlicht erstrahlend,
ohne je ein Warum zu benötigen.

Ich saz ûf eime steine

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Einfach mal aufgetaucht,
Sonne getankt und Luft geholt.
Das Café hatte nur für mich geöffnet.
Die Bedienung war eben mal weg
und die Stühle an den Tischen angekettet.

Aber mein eigener Tee aus der Kanne war heiß
und mein Cigarillo  schmeckte nach Tabak.
Spatzen beäugten mein Nichttun,
fraßen die Krümel von gestern unter’m Tisch.

„Ich hete in mîne hant gesmogen
daz kinne und ein mîn wange.
dó dâhte ich mir vil ange,
wie man zer welte solte leben.“