Kirkes Bann

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Sie war wie Kirke, ich war von ihr gefesselt, ihrem Wesen, ihrer Aura, ihrer Art gegenwärtig zu sein. Doch auch ich hielt mich selbst gefesselt und wagte nicht zu nennen, dass mir an mehr lag, als nur an ihrer Begleitung, ihrem Wissen, ihrem freundlichen aber dennoch unnahbaren kühlem Wesen. Ich war verklärt durch ihren Glanz, der für mich vieles überstrahlte. Aber ich schwieg, während in mir ein Drängen war, das stetig lauter wurde.

Der Bruch war letztlich ein Irrtum, da ich in ihr längst eine vermeindlich gute Freundin glaubte, die nicht nach Nähe äugte. Mein offenbarter Entschluss, eine neue Liebe zu suchen, vollzog einen Schluss, den ich letztlich in dieser Form nicht wollte.  Die sich dann anschließenden wenigen Tage einer völlig vermurksten Kurzaffaire, beendeten schließlich ein monatelanges Spiel mit verdeckten Karten in tiefem Schweigen. Erst jetzt wurde sichtbar, ihr Blatt und das meinige war enger verknüpft, als ich es ahnte. Vielleicht auch enger als sie es ahnte. Doch wir verkannten uns im gemeinsamen Spiel, das nicht zueinander fand. Erst als die Karten am Tisch lagen, im Eklat, zeigte sie ihre von mir verletzten Gefühle, die ich so lange ersehnte und erhoffte, doch nie spüren durfte. Der Bann war gebrochen und damit ein Zauber, der mir dereinst Licht in dunkle Wochen brachte und dem Winter seine Kälte nahm.

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