Last cut

schnitt

Mein Leben ist wie ein schlechter Film, Schnitt für Schnitt. Die Szenen ergeben einfach keinen Sinn. Ich wache nachts auf und warte darauf, endlich aufzustehen, Schnitt. Wenn es endlich soweit ist, ist es auch am Wochenende viel zu früh, Schnitt. Ich schütte Kaffee in mich hinein, mache dies, fange jenes an und denke an etwas völlig anderes, Schnitt. Ich beeile mich, sitze im Bus, in der Straßenbahn, laufe durch fremde Städte, um möglichst schnell wieder zurückzufahren, Schnitt. Ich esse völligen Unsinn, ich weiß das und es schmeckt mir nicht. Ich schmeiß den Rest in den Mülleimer, Schnitt. Irgendwann am Nachmittag lege ich mich angezogen ins Bett und schlafe, Schnitt. Schließlich mache ich so weiter, bis der Tag verbraucht ist, Schnitt. Abends sehe ich einen Krimi mit Kommissar Dupin. Ich schenke mir stetig ein, vom Roten, laufe hin und her, sitze keine Sekunde, Schnitt. Letzte Szene, ich schreibend am spärlich beleuchtetem Küchentisch, während das abgeblendete Aquarium blubbert und die Pumpe brummt, Dunkelheit, Schnitt.

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