Flügge

Klotho, Lachesis und Atropos mögen durchaus im Bilde sein, was mich noch zu erwarten hat. Allerdings sind sie nicht sonderlich gesprächig und verhüllen gerne ihr Wissen. Gerade meine Unkenntnis über Zukünftiges eröffnet mir ideell die Möglichkeit zu Allem. Grund genug meine Jahre noch zu nutzen, bislang wenig Gewagtes zu versuchen, ungefragte Fragen zu stellen und Gedanken zu umreißen und laut auszusprechen, die bislang zu sehr dem Alltäglichen und der Notwendigkeit des Kurzfristigen geschuldet waren. Wer um das Fliegen weiß und die tragende Kraft der Federn spürt, kann nicht am Boden bleiben.

Quantische Evolution

Unsere gegebene Realität war zunächst nur Möglichkeit, das Ergebnis aber kein Zufall, da unsere Wirklichkeit zu einem stabilen Zustand gefunden hat. Dabei sind Naturgesetzmäßigkeiten entstanden, die zueinander passen und einander im Innenverhältnis bedingen. Unsere physische Realität und unser deduktives Vorstellungsvermögen von Strukturen jenseits des Seins  beinhaltet jedoch ein Brücke zwischen diesen Absolutheiten: unseren Geist.

Schweben

Träumer bleiben wenigstens nicht einfach im Alltag stehen, sie fangen schon mal an, nämlich zu träumen. Realisten bleiben viel zu früh hängen. Ich will den Weg noch nicht wissen, einfach unterwegs sein, Schritte setzen, den Wind im Gesicht spüren. Nichts treibt mich, es ist Zeit genug, auch Träume haben ihren eigen Verlauf.

Anlauf nehmen, abheben und schweben. Meine Träume fliegen so hoch, dass die Luft schon ziemlich dünn wird. Eine Vision von Nähe  gibt mir Zuversicht, Kraft und inneren Halt. Meine Federn, meine Schwingen tragen mich davon und ich gleite durch das Licht.

Rückblick

Du bist schon so lange weg.

Dein Bild an der Wand, Dein Lächeln erinnert an einen wunderschönen sonnigen Ausflug. Wir standen schon mit Tagesrucksack am Bahnsteig und wollten nach Süden, aber Züge fuhren nur nach Norden. Also fuhren wir nach Norden. Wir waren ohne Karte und entdeckten mehr, als wir sonst gefunden hätten. Es war alle so einfach, so leicht, so unkompliziert. Jetzt hängt die Erinnerung nur noch an de Wand, daneben ein Traumfänger.

Du bist schon so lange weg.

Unter Verschluss

Wir sitzen alle in unseren Zellen täglicher Aufgaben und Pflichten. Aber wir finden nicht zueinander, obgleich die Türen offen stehen. Die Riegel sind in unseren Köpfen, wir sind gebunden durch gewachsene Strukturen, die wir notwendigerweise um uns herum aufgebaut haben. Welcher Titan hätte den Mut, alles hinter sich zu lassen. Es braucht den Mut eines Narren, einfach zu springen. Flurfunk alleine ersetzt niemals Nähe, Geborgenheit, die Wärme eines anderen Körpers. Ich hoffe auf einen gemeinsamen Hofgang.

Herzensangelegenheiten

Das Gewissen meldet sich dann, wenn morgens die Emotionen noch müde sind. Erst seit wenigen Tagen ein neuer Kontakt, aber in der Ferne. Uns beide binden Verantwortung und Strukturen vor Ort, auch wenn unsere Herzen sich womöglich mögen. Schon wieder der bekannte Buchtitel: „Was tun (v. Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski) ?.“ Immer wieder gibt es nur einen Weg, nämlich Probleme ansprechen und gemeinsam entscheiden, was auch immer dabei herauskommt. Das ist fair, das gibt beiden das Gefühl, ernst genommen zu werden und die Sache ist sehr ernst. Es geht um Herzensangelegenheiten und das ist nicht nur für Mediziner keine Spaßzone.

Aber es ist sooo schön, jemandem wichtig, etwas wert zu sein.

Selber schuld

Da blicke ich sehnsüchtig nach einer neuen Partnerschaft und kaum dass ich neue Kontakte finde, sitze ich prompt zwischen den Stühlen, oder konkret zwischen zwei Frauen. Ich möchte niemanden weh tun, bin ich doch selbst eher wie ein Blatt im Wind. Ich entscheide mich für Aufrichtigkeit und Mitsprache. Das biete ich an und hoffe, dass es verstanden wird. Trotz meines Empfindens richtig zu handeln, rebelliert mein Magen. Jetzt bin ich aus der Deckung getreten und muss sehen, wie ich mit neuer Nähe umgehe.