Gezeichnet

Am Tag des Abschieds waren so viele gekommen. Das war ein Gedenken mit großer Nähe und Anteilnahme. An den Tagen, Wochen, Monaten danach erlebe ich mich nur noch als Ausgeschlossenen. Abgerissen, abgehängt und gezeichnet. Die Strafe zurückgelassen zu sein, reicht offensichtlich nicht aus. Ein Stigma wird über uns, die wir den Tod sehen mussten, verhängt. Wir stören den ach so friedlichen Alltag als lebendes Mahnmal, dass wir alle nur auf sehr dünnem Eis laufen. Bleib weg mit Deiner Erfahrung, halte Abstand mit Deiner Ausdünstung des Sterblichen. Mit Verwunderung durchlebe ich diese Erfahrungen und erkenne  mich tatsächlich auf einer Linie, die mich wohl von anderen trennt. Todeserfahrung passt nicht in unsere kurzweilige, unterhaltsame und bunte Welt. Aber der Tod ist nicht grau und jenseits der Linie wird dennoch gelebt, Freude erfahren, gelitten, getrauert, gestorben.

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