Ohne Punkt

Unvollendet zu sein, im Unvollendeten zu leben,
das ist unser Schicksal und unsere tägliche Welt.
Beim Fallen der Blätter denkt niemand an Verwüstung.
Das Ausklingen eines Liedes kündet nicht von immerwährender Stille.
Und aufkommender Lärm steht nicht für verlorene Ruhe.
Jeder Augenblick ist nur ein Schöpfen im Fluss der Zeit,
der stets verändert und nichts verschont.
Alles verbleibt im ewigen Wandel, wechselt in immer neue Kleider
und selbst der Tod verspricht nicht unbedingt das Ende.

Sanduhr

This is Major Tom to Ground Control,
heaven can wait.
Ich habe es gut, unverschämt gut,
sitze in meiner Raumstation,
habe zu Essen, zu Trinken, Auslauf,
kann denken was ich will, bei bester Aussicht.
Ich fliege alleine durch ein All menschlicher Lebensformen,
belebter Straßen und Ortschaften,
ohne Berührungspunkte, völlig keimfrei.
Partys steigen in der eigenen Küche,
Meat Loaf greift zum Mikrofon,
swingt den Geist in einen träumenden Äther.

Und leise fällt Korn für Korn durch ein endliches Off.

Ein langer Lauf

Jedes Leben ist wie ein Staffellauf in einer mehr oder weniger schier unendlichen Kette. Ich starte irgendwo unterwegs, übernehme etwas, dessen Wert mir zunächst nicht klar ist, laufe mein Teilstück und bin danach wieder draußen. Der Augenblick meiner Stabübergabe ist noch etwas ungewiss, aber letztlich für mich absehbar. Den Stab habe ich nur auf Zeit. Weshalb das Rennen läuft und wohin es geht oder wo gar das Ziel liegt, weiß ich eigentlich immer noch nicht. Aber ich bin nur ein Teil der Kette. Auf jeden in der Abfolge kommt es an. Auf niemanden kann verzichtet werden. Wir sind alle aufeinander angewiesen. Und wir sollten nicht nur einen Stab übergeben, sondern auch eine Welt, in der alle gut leben können.

Wortlos

Worte, Sätze, sind Platzhalter für etwas,  das sie umreißen, beschreiben sollen,
aber niemals wirklich beinhalten und damit immer nur auf Abstand bleiben.

Manchmal tauchen diese Worte auf, wie aus dem Nichts, fügen sich zusammen,
bilden Sätze, Konstrukte, Gebilde aus Buchstaben,
hinter denen zunächst Schatten stehen,
die sich  zu Vorstellungen, Ahnungen und Bildern verdichten.

Womöglich geht es auch ohne Worte, womöglich geht es auch nur mit Bildern,
die dann für Worte stehen, die sich nicht oder noch nicht aussprechen lassen.