Flossenschlag

koi

Ich sitze an einem Strand ohne Wasser ohne Horizont. Dafür starren meine Augen auf schneebedeckte Gipfel aus digitalen Welten; immerhin eine Fiktion ideeler Möglichkeiten jenseits der Wände. Leise brummt ein Aquarium und belebt meine kleine kühle Welt. Das Wallen hunriger Fische zeigt mir an, dass es mich noch gibt. Wenigstens euer Hunger ist ein Grund, der mir noch bleibt.

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Auf Halme vertrauen

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„Positiv denken, jetzt unbedingt positiv denken“, waren ihre letzten an sich selbst gerichteten Worte, wenige Stunden vor ihrem Tod. Immer wieder hatte ihr das geholfen, hatte sie anderen damit geholfen, in all dem Grau unserer Tage auch das Bemerkenswerte, das Besondere, das uns Wärmende, das Lebenswerte zu erkennen und sich immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Es ist wie ein Strohalm, den zu greifen sich lohnt und bisweilen ganze Leben trägt, hält und beflügelt.

Der Schrei

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Das bitterste Weinen wird niemand hören. Erstickend vor Schmerz bleibt mein aufgerissender Mund dennoch ohne Laut. Leise und gespenstisch ist meine Qual. Bin weder Schatten noch Körper, nur ein endloser Schrei. Steine bröckeln, aber Tränen lassen sich nicht zerdrücken.

Wasserläufer

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Was bleibt mir anderes übrig, als auf Wasser zu bauen? Wenn der Vertrauensvorschub, den ich von Herzen gerne gebe, nicht trägt, werde ich eben untergehen und die Wellen über mir zusammenschlagen. Dann bleibt mir nur noch die Hoffnung, wieder einmal ein rettendes Ufer zu erreichen. Warum und wozu, ist dabei eine ganz andere Frage.

Lichtschritte

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Das Zurückliegende entfernt sich in Tagen, Monaten und langsam auch in Jahren, aber es ist mir dennoch so gegenwärtig, wie erst gestern. Es gibt eine Vergangenheit, die ist nackt und ohne Gras. Der Staub liegt nur auf meinen Möbeln. Irgendwann wird hinter den Bäumen das Licht meinen Schritten Halt geben.

Das Grauen am Morgen

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Ein Tisch, ein Kaffee, ein freier Tag ohne Zwänge und doch so zwangvoll. Der Blick geht in graue Ferne. Das Licht dämmrig, obschon spät am Vormittag. Die Stunden werden sich irgendwie füllen und schließlich ein weiteres Kalenderblatt einfordern. So geht es stets weiter, auch wenn ich mich nicht bewege.

Verlauf

unwetter

Wahre Geschichten haben nie ein gutes Ende. Davor kommt Licht und viel Schatten. Das Licht ist eine endliche Sache, der Schatten hingegen braucht keinen Nachschub, er ist das absolute Nichts. Geschichten entwickeln sich nicht linear. Sie beginnen manchmal mittendrin und verlaufen dann in eine beliebige Richtung, mal hell, mal dunkel und manchmal pfeifen sie, schräg und trocken, ohne Ton.