Findung

In unseren Träumen liegt eine Kraft und Gabe,
die Begrenztheit des scheinbar Realen zu durchdringen,
mit anderen Farben und Gesichtern eine Handlung zu beleben,
die in unserer Welt so nicht denkbar ist,
durch den Traum aber eine erste Gestalt erhält.

 

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Quartierwechsel

Werde ich es wirklich tun?
Eine neue Wohnstatt wächst unter meinen Händen.
Selbst auf die Gefahr eigener Überforderung,
wenn nicht jetzt, wann sonst?

Ich werde durch andere Türen gehen,
fremde Decken ansehen,
auf bekannten Stühlen sitzen,
durchs Fenster Vertrautes sehen,
aber aus einer anderen Perspektive.

Zurückliegendes bleibt für immer zurück,
vieles muss weg, selbst die Hälfte ist zuviel.
Ich gehe lieber mit kleinem Gepäck.
Es wird ein Schritt in einen letzten Abschnitt.

Ich wollte es so, malte es mir lange aus.
Doch sollte es mit ihr, mit ihr gemeinsam sein,
die jetzt im Wald dort ruht,
so fern und doch ewig nah.

Ich nehm sie einfach mit.

Für immer

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Wenn ein Band zwei Menschen miteinander verflochten hat und diese Bindung nicht einengend, sondern sogar als Befreiung erlebt wurde, dann trägt dieses Band auch über den Tod hinaus. Was vorher wie selbstverständlich gemeinsam durch die Jahre getragen hatte, tritt dann in aller Deutlichkeit hervor, wenn der Partner nicht mehr ist.

Wechselbäder

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Auch wen ich unterwegs bin,
mich frei bewegen kann,
ein Gefühl von absoluter Verlassenheit,
verblieben hinter vielen Türen,
die sich imer wieder hinter mir schließen.
Tränen, die nur mich berühren,
zurückgelassen in verkörperter Vereinzelung.

Und dann
kam doch alles völlig anders.
Die Begegnung mit dem älteren Herren,
mitten im tiefen Forst.
Der Weiher mit wandernden magischen Flecken,
die sich als Fischschwärme entzauberten.

Dazwischen immer wieder mal ein kühles Bier
unter schattigen Bäumen.

Weiter vorbei an verwilderten Wasserlandschaften,
trocknen Wäldern und gelben abgeernteten Feldern.
Stilles Staunen über
wuchernde Seerosen in einem schattigen Teich.

Die Mündung der Aisch, das Rätsel namens Tropfhaus und
das Lächeln einer unbekannten Frau.
Erst einmal aufgebrochen ordnet sich das Alltäglich,
einfach so.

Ein Blick in die Ferne,
anhalten, schauen, weiterfahren.

Jedes Ziel ist nur die Etappe eines Tages.