Leise Töne

Im Radio ein Lied, fast erkannte ich die Sängerin nicht,
ihre Stimme war mir vor wenigen Jahren noch so nah
und ihr Rap so empfindlich dicht an meinen Gefühlen.
Mein Empfinden war so sensibel wie ein Blatt,
ich spürte jede Regung, jede Idee eines Geschehens.

Sedimente an Monaten haben mich irgendwie bedeckt,
wache Sensibilität genommen, aber auch irrleitende Panik.
Sehnsüchte sprechen jetzt mit leiserer Stimme,
doch sie sind für mich immer noch zu hören, deutlich zu spüren.
Lebendige Hoffnung wächst aus jedem schläfrigen Morgen,
wenn eine helle farbenfrohe Sichel vom nahen Heute kündet
und ohne Hast meinen kleinen singulären Horizont erhellt.

Zusammen

Ich gab mir in meinem Leben immer wieder riesige Mühe,
aber ich stand viel zu oft alleine mit dem Rücken zur Wand.
Nur Rosi war stets an meiner Seite und ich an der ihren.
Wir hatten beide unsere Windmühlen, gegen die wir anritten.
Doch wir lebten, liebten, spürten uns, als Mann und Frau.
Uns verband ein Gefühl des gemeinsamen Getragenseins,
an dem die Brandung ihre Wellen schlug.

Verborgen

Ich habe ihn vergessen, den Ort meiner Träume,
mein mich wärmendes Versteck für die Nacht.
Ich kann mich nicht mehr erinnern,
finde und kenne den Weg nicht mehr.
War es ein Haus, eine Hütte, ein See, ein Berg,
ein Blick in die Ferne, oder einfach eine tiefe Umarmung?

Und jetzt suche ich Abend für Abend,
weiß nicht wohin ich mich wenden soll
und werde dann doch leise in Träume umhüllt,
hinweggenommen in ein völliges Anderssein.
Doch am Morgen finde ich mich in einer Welt,
hinter der sich eine nicht greifbare Türe schließt.
War ich dort, habe ich meinen Ort, mich, gefunden?
Oder bin ich einfach nur wieder zurück auf Los?



Bilder

Ich öffnete das Fenster, doch da draußen ist alles wie verschlossen,
Rufe bleiben ohne Laut, mein Körper klebt fest, obgleich ich mich abwenden möchte, es ist alles still, erstarrt, entlebt. Wege verjüngen sich zu einem Grat, Türen verwachsen und füllen sich, Stein für Stein. Eine noch so große Kugel rollt, bis sie den tiefsten Punkt erreicht und ihre Energie erlischt; wohlan.